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Genau 6 Jahre hatte es gedauert, dann war es wieder soweit:
Nach langer Vorbereitung trafen sich am Freitag, dem 02. September 19 seefeste Sangesbrüder und fuhren wieder Richtung Ijsselmeer zu einer Neuauflage der Segeltour aus dem Jahre 2005. Begleitet wurden wir von
Hans Schepers, dem Bruder von Kaspar und Ernst, dessen Freund. Auch unser Chorleiter Georg war mit von der Partie. Ihn haben wir mit dem Bus von zu Hause abgeholt und dabei ihm und seiner Pia noch ein verspätetes
Ständchen zur Silberhochzeit gebracht. Gegen 19.30 h trafen wir dann in Makkum unserem Ausgangshafen ein. Dort lag unsere “Boekanier”, ein zum 2-Mastschoner umgebauter alter Frachtmotorsegler. Kaspar ging erst mal
an Bord und verteilte nach einem zuvor gefaßten Plan die Kabinen. Anschließend verstauten wir unsere “bescheidene” persönliche Habe und die umfangreichen Essens- und Trinkvorräte. Danach war Zeit für einen
Abendbrot-Matjes, der natürlich schwimmen wollte... Der größte Teil der Mannschaft nahm anschließend auf dem Mitteldeck hinter dem Niedergang zum Salon und vor dem Aufbau der Eignerkajüte Platz. Hier gab es auf
beiden Schiffsseiten sowie vor der Rückseite der Eignerkabine Bänke, so dass (fast) alle gleichzeitig Platz fanden. Es entwickelte sich ein lebhafter Austausch nach dem Motto: “Weißt Du noch beim letzten Mal...”
Irgendwann gegen 21.30 h kam dann ein Speedboot längsseits. Es handelte sich um Franz Krüssels´ Sohn und Enkel mit einem Kollegen und dessen Sohn. Die vier machten ebenfalls eine “Herrentour” und hatten in einem
Telefonat mit Franzens Frau Anne erfahren, dass Opa in Makkum war. Flugs wurde daraufhin auf Franz´ Handy angerufen und es
Längen- und Breitengrad unseres Liegepaltzes erfragt. Sangesbruder Uwe verfügte dank seines GPS Notebooks über die erforderlichen Infos und kurze Zeit später brummte das besagte Speedboot - trotz inzwischen eingefallener Dunkelheit, die Technik macht´s möglich - längsseits. Es gab natürlich ein großes Hallo für den Opa. Aber auch wir hatten etwas davon, denn Franzens Sohn ist ein begnadeter Gitarrenspieler, der vermutlich jede Melodie auf Anhieb mitspielen kann - und Texte hatten wir satt. Leider fanden die Besatzungen unserer Nachbarboote den fantastischen Gesang irgendwann nicht mehr so gut und außerdem mussten die Kinder ins Bett. So fand der Freitagabend schließlich sein Ende.
Am Samstag hieß es für die meisten um 08.00 h “Reise Reise”.
Die eingeteilte Kombüsenmannschaft wurde von Kaspar natürlich schon eher angepreit. Gegen 08.15 h konnte jedenfalls gefrühstückt werden. Dass zuvor wegen einer vergessenen Proviantwanne noch Margarine, Wurst und
Käse einzukaufen waren, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Um 10.30 h
wurde die Entscheidung der Schiffsleitung - wir fahren nach Terschelling - bekanntgegeben und sofort in die Tat umgesetzt. Bei strahlendem Sonnenschein legten wir unter Motor ab - aber nur für 5 Minuten. Dann rief uns der Maat Willem - von den meisten Sängern liebevoll Käpt´n Braunbär genannt - an Deck: Segelsetzen war angesagt. Schon 10 min. später und noch bevor wir den Hafenkanal von Makkum verlassen und das Ijsselmeer erreicht hatten, liefen wir unter “Vollzeug” und abgestellter Maschine. Mit halbem bis raumem Wind aus Nordwest konnten wir auf die Schleuse “Den Oever” zu halten.
Heinz Gerdes und Georg nutzen diese Zeit für eine
Übungsstunde auf dem mitgebrachten Akkordeon. Uwe Jama führte uns seine Profi-Navigation vor und die meisten nutzten die Zeit für ein Nickerchen, ein Schwätzchen oder ein Bierchen (das bekanntlich den Durst erst
schön macht!).
Um die späte Mittagszeit trafen wir bei der Schleuse “Den
Oever” ein und holten unter Anleitung von Willem die Segel ein. Nach dem Passieren der Schleuse und der Autobahnbrücke schralte der Wind und ließ zugleich derart nach, dass unser Skipper Jop den Kurs spontan auf
Texel absetzte. Bis zum späten Nachmittag nahm der Wind dann mehr und mehr ab, so dass schließlich kaum noch Fahrt im Schiff war. Und als wir um 16.30 h im Ansteuerungsfahrwasser des Hafens Oudeschild auf der Insel
Texel auch noch ein Stück in nördliche Richtung fahren mussten - was Kreuzen gegen eine fast erstorbene Brise in engem Fahrwasser bedeutet hätte - hieß es, runter mit den Segeln und Motor an. 10 Min später lagen wir
vertäut im Hafen. Vor uns am Kai lag die “Panta Rhei” (gr. für “alles fließt”). Nach dem Abendbrot versammelten wir uns zunächst wieder vor dem Niedergang zum Salon und brachten dem schönen Abend und einigen
interessierten Spaziergängern ein Ständchen - wobei als Gage immerhin ein Fläschchen Hochprozentiges heraussprang. Danach war Landgang angesagt. - Allerdings nur einmal um das Hafenbecken herum, zu einer vom Skipper
empfohlenen Kneipe. Dort saßen wir draußen und sangen wiederum zur Unterhaltung der anwesenden Gäste. Was immerhin zu einer Getränke-Runde und zu einer Einladung auf die “Panta Rhei” führte, denn dort hatte um
Mitternacht einer der Gäste Geburtstag.
Klar, dass wir dieses Ständchen brachten. Leider war das
Geburtstagskind schon zu Bett gegangen und ließ sich auch nicht mehr aus der Kammer bewegen. Da es aber auch auf dem Dampfer es eine gemütliche Sitzecke gab - und zudem die übrigen Mitfahrer (inklusive Skipperin
Heidi) nicht so trübe Tassen wie das Geburtstagskind waren, blieb eine Abordnung von uns noch dort und wir sangen mit den Herren aus dem Rheinland - denn dorther stammte die Reisegesellschaft - noch so manches
Liedchen.
Der Sonntagmorgen war etwas “stur”... In der Nacht hatte es
noch ein Gewitter mit Sturmböen um 10 Beaufort gegeben, was der Skipper an seinem unfangreichen Instrumentarium ablesen konnte. Um 10.00 h waren wir nach ausgiebigem Frühstück wieder auf dem Wasser. Das Segelsetzen
wurde immer flotter. Maat Willem achtete sehr darauf, dass jeder immer wieder nur den Tampen ergriff, der ihm einmal zugewiesen war - wehe, man handelte dem zuwider...
Auf der Rückreise durch Wattenmeer fuhren wir nun zur
Schleuse “Kornwerderzand”. Von dort war es dann nur noch ein Katzensprung, bis wir wieder in Makkum vertäut waren. Aber auch auf diesem letzten Stück hieß es noch einmal: Hoch mit den Lappen und erst als wir schon
fast wieder im eigentlichen Hafenbecken neben dem rieigen Baudock der Schiffswerft de Vries lagen, wurden die Segel gestrichen und der Motor zum Manövrieren angelassen. Das letzte Anlegemanöver verlief - wie die
übrigen auch - vollkommen problemlos. So endete ein wunderbares Wochenende. Als Fazit bleibt zu sagen, dass insbesondere das Wetter, das in diesem Jahr so viele Außenaktivitäten kaputtmachte, für einen tollen
Gesamteindruck sorgte! Aber auch Skipper, Maat und Schiff und vor allem die fantastische Vorarbeit und Organisation durch Sangesbruder Kaspar Schepers und das Orga-Team sind zu erwähnen. Kaspar - ein weiteres Mal
sei Dir auch von hier Danke gesagt!
Ach so: Ja, - es stimmt: Wer meckern will, der kann jetzt
sagen, es war zu wenig Wind. Aber - wer will denn schon ein perfektes Ding erleben. Über irgendetwas muss man doch auch noch lästern können....
HC
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